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Christine Brendle
Seite aktualisiert
am
20.06.2011
Seit dem 28.02.2003 waren
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Rezensionen - Die Roccos -
Verwandte und andere Geschichten
Selten habe ich mich
so amüsiert, wie bei der Lektüre dieses Romans. Ein Buch, das einem so
unterhaltsam die Zeit vertreibt und gleichzeitig auf unaufdringliche Weise
auch viele Lebensweisheiten vermittelt, empfiehlt man gerne weiter!
Hier die offizielle Buchvorstellung
Einmal im Jahr,
genauer gesagt im September, fährt die ganze Familie Rocco nach Sizilien,
um den Vorrat an Tomatensoße, den sie übers Jahr benötigt, aufzustocken.
Die Roccos bestehen aus Mama Ulla, Papa Leonardo sowie den Kindern
Cristina, Francesca und Fabio.
Für Leonardo ist dieser alljährliche Tomatenausflug ungefähr genauso
unverzichtbar wie für den gläubigen Moslem die Pilgerfahrt nach Mekka.
Ein richtiger Italiener isst zeit seines Lebens nur die Tomatensoße, die
selbst hergestellt wurde, idealerweise von Mama...
Wer sind die Roccos?
Lachend, dann wieder sich die Haare raufend, bewältigt Ulla ihren Job
und den alltäglichen Wahnsinn in einem Haushalt mit zwei pubertierenden
Töchtern, dem kleinen Kronprinzen Fabio und ihrem sizilianischen Ehemann.
Als das Fest der Liebe naht und sich die sizilianische Schwiegermutter
nebst Ehemann und Sohn ankündigt, um das Regiment im
schwäbisch/italienischen Haushalt der Familie Rocco an sich zu reißen, da
prallen Welten aufeinander, Linsen auf Spaghetti, Espresso auf Obstler,
denn auch der schwäbischen Verwandtschaft mangelt es nicht an Temperament.
Mein persönlicher Kommentar:
Selten habe ich mich
so amüsiert, wie bei der Lektüre dieses Romans! Ich kenne sie gut, die
italienischen Eltern, Großeltern, Schwiegereltern und die daran klebenden
Onkeln, Tanten, Kusinen und Cousins, mit einem Wort: die
berühmt-berüchtigte italienische Großfamilie, die, besonders wenn sie als
kompakte Gruppe und unter der Führung der Mama auftreten, eine Macht
darstellen, die in Italien von keiner Staatsgewalt beeinträchtigt wird.
Das deutsche Weihnachtsfest ist eine Institution, die von eindeutigen
Regeln und Traditionen bestimmt wird. Wenn bei dieser Gelegenheit eine
Delegation eben jener italienischen Großfamilie, die genauso von Regeln
und Traditionen beherrscht wird - die allerdings oft ziemlich anders sind
-, in Schwaben bei einer deutsch-italienischen Familie einfällt, dann
können auch schon mal die Funken fliegen.
Aber in diesem köstlich-kurzweiligen Roman stoßen nicht nur die deutsche
und die italienische Welt zusammen. Allein schon die deutsche Familie
besteht aus einer Vielzahl von Welten: die drei Kinder stellen jedes
einzelne für sich ein eigenes Universum dar und versuchen, sich mit Zähnen
und Klauen gegen alle anderen zu behaupten. Mutter Ulla muss da alle
Register ziehen, mal als Pädagogin und mal als Hauptfeldwebel, um diese
Rasselbande im Zaum zu halten.
Dass das alles schließlich nicht in einem großen Chaos, sondern doch in
einem versöhnlichen Ende gipfelt, das ist das Verdienst der Liebe und der
Sympathie, die letztendlich alle diese so unterschiedlichen Welten
füreinander in sich haben.
Und so kann Ulla am Ende befriedigt feststellen: "Egal, was für
Unstimmigkeiten und Missverständnisse es auch in dieser Familie gab, am
Ende waren sie doch immer füreinander da. Und diese verrückte, einmalige
Familie, war die einzige, die sie haben wollte."
Ein Buch, das einem so unterhaltsam die Zeit vertreibt und gleichzeitig
auf unaufdringliche Weise auch viele Lebensweisheiten vermittelt,
empfiehlt man gerne weiter. Ein wirklich gelungenes Erstwerk der Autorin
Ulla Parrinello!
http://www.reise-nach-italien.de/die-roccos.html
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